Spurenfragmente I

Es ist spät. So spät, dass es schon wieder früh ist. Es ist ruhig, ganz ruhig. Fast. Es ist Kein Lärm von Autos, keine Arbeitsgeräusche, die Musik ist verstummt. Die Vögel singen. Die Vögel singen nicht mehr. Sie schreien sich ihre Seelen aus dem gefiederten Leib. Ruhestörung. Anzeigen. Verklagen. Einsperren. In Käfige. Wie Häftlinge. Lebenslänglich. Tierquälerei. Es ist ruhig, alles schläft, alles steht auf. Der GEZ-Mann in der Hoffnung auf viele neue Sünder. Der Polizist in Erwartung neuer Staftaten. Die Politesse spitzt ihren Bleistift. Der Metzger wetzt die Messer. Der Soldat lädt das Gewehr. Die Prostituierte schläft noch. Der Banker ist auf dem Weg zur Frau. Die Bankräuber sind schon vor der Bank. Scheiß-Job. Der Wunsch nach Bestrafung. Hass. Hass. Hass. Der Mörder wird heute bestraft. Das Volk ist froh. Das Volk ist sauer. Der Manager ist nochmal davon gekommen. Eine Million Geldstrafe. Dafür aber 2 Millionen Steuern gespart. Glück gehabt. Bestochen. Kollateralschäden am Sozialsystem. Scheißegal. Mir geht’s gut. Hauptsache. Den Reichen geht’s immer gut. Dafür sorgt die Regierung. Sie ist um uns besorgt. Sie sind welche von uns. Sie sind unsere Vertreter. Eure? Lächerlich. Nichts ist ruhig, alles ist wach. Wenn im Atomkraftwerk was schiefgeht ist wieder alles ruhig. Wenigstens ist dann alles schnell vorbei. Atomkraftwerk neben Wohngebiet. Alles klar. Logik, wo bist du geblieben? Die Vögel schreien schon vor Angst. Zu spät. Endlich vorbei.

Once am 19.5.09 12:55

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